Pressestimmen

Wie funktioniert ein Feuerwerk?

Geschrieben von Rhein-Zeitung - Brigitte Meier am .

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Der vierjährige Vinzenz Treis aus Bremm durfte Feuerwerk-Weltmeister bei der Arbeit zuschauen und sogar selbst schießen

Ein aufgewecktes Kerlchen ist der vierjährige Vinzenz Treis aus Bremm. Er nervt seine Eltern mit vielen Fragen. Nur, alles können sie nicht beantworten. Zum Beispiel wollte der Kleine wissen: "Wie kommt eigentlich ein Feuerwerk an den Himmel?" Da faxte Mama Daniela die Frage an die RZ weiter, die Vinzenz einen Schnellkurs mit echten Knallern beim Weltmeister der Pyrotechniker ermöglichte.

 

MÜLLENBACH. Beim Frühstückstisch zwischen zwei Bissen ins Brötchen richten sich Vinzenz" Augen aus dem Fenster an den Himmel. Seine Mama kennt diesen nachdenklichen Blick ihres Vierjährigen, und sie weiß: Jetzt kommt gleich wieder eine knifflige Frage. Es dauert auch nicht lange, und Vinzenz meldet sich: "Mama, wie funktioniert eigentlich ein Feuerwerk?" Dass dazu Raketen in die Höhe geschossen werden müssen, die sich am nächtlichen Himmel zu bunten, sprühenden Figuren entladen, kann Daniela Treis ihrem wissbegierigen Sohn noch erklären. Aber bei der logischen Nachfrage: "Wie kommt das Schießpulver in die Feuerwerkskörper, und wie geht das mit dem Schießen?", weiß die junge Mutter nicht mehr weiter.

Aber sie hat eine gute Idee, als ihr Blick auf die Rhein-Zeitung fällt, die den Lesern vor Weihnachten besondere Wünsche erfüllt. Daniela wünscht sich für Vinzenz ein paar Stunden beim weltbesten Feuerwerkskünstler, Helmut Reuter in Müllenbach. "Ich glaubte eigentlich nicht, dass es klappen würde", erzählt sie. Umso erfreuter ist sie, als sie durch einen Anruf der Redaktion erfährt, dass Vinzenz zum "Pyrotechniker-Lehrgang" in der Firma Steffes-Ollig in Müllenbach antreten kann.

Helmut und Robert-Josef Reuter, Geschäftsführer des 135-jährigen Familienunternehmens, begrüßen den kleinen Vinzenz wie einen wichtigen Mitarbeiter, der schon bald keinen Blick mehr für seine Eltern hat. Schließlich soll der "Lehrling" mithelfen, ein Präsentationsschießen der Silvesterknaller vorzubereiten. An zwei Stellen werden mehr als 30 bunte Knaller aufgebaut, die am Abend auf unterschiedliche Weise ihre Pracht entfalten sollen.

Kleiner Helfer in Aktion

Sehr geschäftig stapft Vinzenz mit den Fachmännern einige Hundert Meter über eine Wiese zu den Abschussstellen. Er darf kleine Pakete tragen und Handreichungen beim Aufbau und der Verkabelung machen. Vinzenz erfährt , dass die Feuerwerkskörper durch eine Zündschnur, durch elektrischen Strom oder wie heute über Funk abgeschossen werden können. Nur wie das Schießpulver in die Bomben kommt, konnte Robert-Josef Reuter Vinzenz ausschließlich in der Theorie erklären, denn beim Präsentationsschießen der Firma kommt nur zum Abschuss fertiges Material zum Einsatz.

Helmut Reuter, der es zu Weltmeisterehren im klassischen Feuerwerk und im Musikfeuerwerk gebracht hat, freut sich über den cleveren kleinen Jungen aus Bremm. "Viele Kinder interessieren sich für die Feuerwerkstechnik, und wir erklären es ihnen gern." Der Pyrotechniker nutzt die Gelegenheit aber auch, Vinzenz nahe zu bringen, dass das Zünden eines Feuerwerks eben kein Kinderspiel ist, sondern für Laien sehr gefährlich sein kann: "Sie müssen sich unbedingt an die Sicherheitsvorschrifen halten." Reuter selbst hat sein Handwerk auch als Kind von seinem Vater und Großvater gelernt. Und für seinen zehnjährigen Sohn gibt es nichts Schöneres als seinem Vater bei der Arbeit über die Schulter zu schauen.

Inzwischen haben sich viele potenzielle Kunden am Lagerfeuer und bei Glühwein eingefunden, um sich sozusagen die Generalprobe ihres Silvesterfeuerwerks anzuschauen. Aufgeregt springt Vinzenz Hans-Peter Treis in die Arme: "Papa, Papa, der Mann hat gesagt, dass ich auch schießen darf." Und tatsächlich: Als es dunkel ist, erfahren die Zuschauer über Mikrofon, dass Vinzenz den Eröffnungsschuss des vorweihnachtlichen Feuerwerks abgeben darf.

Jetzt wird es spannend: Handschuhe aus, mit der linken Hand einen Hebel festhalten, mit dem rechten Zeigefinger auf einen Knopf drücken und: "Aahh!" Vinzenz Augen strahlen mit den bunten Lichtern am Himmel um die Wette, und sein Plappermäulchen geht vor Staunen nicht mehr zu. Weil er seine Sache so gut gemacht hat, darf der kleine Mann auch das fulminante Finale an den Himmel zaubern. Erst als das Spektakel zu Ende ist, kuschelt er sich glücklich an seine Mama: "Das war aber schön."

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