Pressestimmen

Mit Glanz und Gloria an die Riviera

Geschrieben von Rhein-Zeitung - Thomas Schulte am .

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Nach EM-Fußball-Pleite in Portugal lockt ein WM-Sieg in San Remo: Feuerwerks-Firma aus Müllenbach schießt für Deutschland

Kein Glanz, keine Dramaturgie, von Knalleffekt ganz zu schweigen: Unsere "Helden" von Portugal haben sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Der Schock nach der Pleite sitzt tief. Doch Hoffnung strahlt auf am Horizont. Zwar nicht für die deutschen Fußballer, aber für die deutschen Feuerwerker.

MÜLLENBACH. Bei der Europameisterschaft fehlte unserer Nationalmannschaft einfach der zündende Funke. Dafür möchten jetzt Helmut Reuter und Alexander Tholl bei der Weltmeisterschaft sorgen. Die beiden Pyrotechniker schießen am 6. Juli im Hafen des sonnigen San Remo aus allen Rohren. Die Firma Steffes-Ollig aus Müllenbach bei Leienkaul geht in Italien bei der Feuerwerks-Weltmeisterschaft für Deutschland buchstäblich in die Luft.

Nicht in der Vorrunde raus

"Wir wollen jedenfalls nicht in der Vorrunde ausscheiden. Dafür haben wir uns zu sehr angestrengt und viel Vorbereitungsarbeit investiert", glaubt Geschäftsführer Helmut Reuter an eine erfolgreiche Mission an der Blumenriviera. Sein Optimismus ist nicht unbegründet. Schließlich genießt die kleine Firma aus der Eifel mit ihren vier fest angestellten Mitarbeitern weltweit einen guten Ruf. 1998 wurde sie, ebenfalls in San Remo, Vize-Weltmeister hinter Italien, 2002 in Kanada sogar Weltmeister in der Sparte der Musik-Feuerwerke. Diese Ergebnisse waren der Grund für die Einladung nach San Remo, wo erstmals die besten Teilnehmer der vergangenen Jahre gegeneinander antreten: Kanada, China, zwei Teams aus Italien und eben Steffes-Ollig aus der Eifel für Deutschland. "Mindestens 100 000 Zuschauer wollen das Spektakel sehen", weiß Firmenchef Helmut Reuter, der seine hochexplosive Fracht aus Böllern, Bomben und Raketen bereits mit einem Spezial-Sicherheitstransport auf die nicht ungefährliche Reise geschickt hat. Dabei ist ein weltmeisterliches Feuerwerk viel mehr als Schall und Rauch. Helmut Reuter: "Die Kunst besteht darin, eine Gesamtkonzeption zu entwickeln. Es muss eine harmonische Sinfonie aus Farben, Formen und Figuren sein. Entscheidend ist die Dramaturgie des Feuerwerks." Natürlich gibt es beim Feuerwerk auch etwas auf die Ohren: "Richtig Krachen tut es beim Finale. Besonders die Italiener lieben es laut". Die Feuerwerkskörper selbst werden nicht in der eigener Firma hergestellt, sondern eingekauft - in China, dem bis heute innovativen Mutterland der Feuerwerkskunst. Einmal im Jahr reist der Chef von Müllenbach aus in den Fernen Osten und besucht seine Produzenten, und zwar die besten. Welche, das ist sein Betriebsgeheimnis.

Doch die besten Böller nutzen nichts, wenn die strenge Jury den Daumen senkt. Sie achtet penibel auf Spezialeffekte, Klarheit der Farben und technische Qualität der Feuerwerkskörper. Pausen während der Vorführung geben sofort Punktabzug. Bei den Farben dominieren meistens rot, grün, gold und silber. Helmut Reuter: "Besonders schön, aber auch besonders schwierig, ist die Farbe blau. Aber an die muss man erst mal herankommen".

Vielleicht erlebt die Firma aus der Eifel in Italien bei der Weltmeisterschaft ja im besten Sinne ihr "blaues Wunder". Dann wird im Müllenbacher Betrieb groß gefeiert. "Aber ohne Feuerwerk", verspricht der Chef. Thomas Schulte

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